Please use this identifier to cite or link to this item: http://hdl.handle.net/10077/29428
Title: Claudio Magris und die mitteleuropäische Form
Authors: Zivkovic, Yvonne
Issue Date: 2019
Publisher: EUT Edizioni Università di Trieste
Source: Yvonne Zivkovic, "Claudio Magris und die mitteleuropäische Form" in: "2019 / 24 Prospero. Rivista di letterature e culture straniere", EUT Edizioni Università di Trieste, Trieste, 2019, pp. 39-56
Journal: Prospero. Rivista di letterature e culture straniere 
Abstract: 
Mit seiner bahnbrechenden Studie zum habsburgischen Mythos in der österreichischen Literatur stieß Claudio Magris 1969 die Diskussion um eine mitteleuropäische Kultur an, die in den 1980ern ihren Wendepunkt in der osteuropäischen Dissidentendebatte fand. Während Magris die Literatur rund um den Themenkomplex Mitteleuropa tendenziell als nostalgisch, lethargisch und apolitisch deutete, griffen Schriftsteller wie Milan Kundera, György Konrad, Danilo Kis und Karl-Markus Gauß Mitteleuropa als ein transnationales Kulturverständnis mit subversivem Potential, gerichtet vor allem gegen die Teilung Europas und eine Politik des kollektiven Gedächtnisverlusts. Die Diskussion um Mitteleuropa wurde nicht nur auf zahlreichen Symposien und Konferenzen in Ost und West geführt, sondern auch vor allem durch eine bestimmte ästhetische Form verbreitet, die ich den mitteleuropäischen Essay nennen möchte. Brechend mit allen genretypischen Konventionen, besteht dieser meist aus einer Mischung aus Reisebericht bzw. topographischer Erkundung, kulturgeschichtlichen Anekdoten, der kontrapunktuellen Gegenüberstellung von verschiedenen Zeitebenen und subjektivem Erlebnisbericht. Gekennzeichnet von Intertextualität und assoziativen Verweisen, ist er oft aufgebrochen in kürzere Text-Vignetten oder verdichtete Impressionen. Seine Beobachtungen, die üblicherweise kein offen programmatisches politisches Statement verfolgen, feiern dennoch ein Europa der Diversität, Freiheit und der verantwortungsvollen Vergangenheitsbewältigung. Dieser Beitrag zeigt anhand ausgewählter Analysen von Magris’ monumentalem Essay-Roman Donau (dt. 1988, Danubio, 1986) und ihrem Vergleich zu anderen Autoren der Mitteleuropadebatte der 80er Jahre wie sich Magris sowohl ästhetisch als auch ethisch an die ‚antipolitischen‘ (Konrad) Essays der Debatte annähert.
Type: Book Chapter
URI: http://hdl.handle.net/10077/29428
ISSN: 1123-2684
eISSN: 2283-6438
DOI: 10.13137/2283-6438/29428
Rights: Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 Internazionale
Appears in Collections:2019 / 24 Prospero. Rivista di letterature e culture straniere

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